Hans Gugelot, 1920 – 1965. Architekt, Ingenieur, Produkt- und Möbeldesigner. Der Holländer, der in der Schweiz aufwuchs, lehrte an der Hochschule für Gestaltung in Ulm und war dort Ansprechpartner für Erwin Braun (der ihn den »eigentlichen Schöpfer des Braun-Designs unter Mitwirkung von Otl Aicher« nannte). Prägte mit Aicher und Herbert Lindinger das neue Erscheinungsbild der Firma. Systematischer Ansatz; Entwürfe für Phonogeräte, Rasierer und eine Taschenlampe. Meilensteine: SK 4 mit Dieter Rams und Rasierer sixtant mit Gerd Alfred Müller.
Konstantin Grcic
Konstantin Grcic (*1965) machte zunächst eine Lehre als Möbelschreiner am Parnham College (Dorset, England),
darauf folgte das Masterstudium im Bereich Design am Royal College of Art in London.
1991 gründete er in München sein eigenes Designstudio, mit dem er inzwischen nach Berlin umgezogen ist.
Konstantin Grcic arbeitet mit seinem Büro in verschiedenen Bereichen, von Projekten im Bereich Industrie- und Möbeldesign, über Ausstellungsdesign bis hin zu Kollaborationen in den Bereichen Architektur und Mode. Seine Arbeit zeichnet sich durch die sorgfältige Auseinandersetzung mit der Geschichte von Kunst, Design und Architektur und seine Leidenschaft für Technik und Materialien aus.
Teegeschirr TAC 1
Der Bauhaus-Gründer Walter Gropius war nach seiner Auswanderung in die USA Ende der 30er Jahre als Architekt tätig und bei der Markteinführung seines Teeservices TAC 1 ein Mann von weit über 80 Jahren. Tac steht für das legendäre, 1945 gegründete amerikanische Büro “The Architects Collaborative” mit Sitz in Cambridge, Massachusetts. Dort arbeiteten für Gropius rund ein halbes Dutzend Architekten, die an all seinen Entwürfen, auch jenseits der Architektur, mitwirkten. Für die Firma Rosenthal konzipierte Gropius 1963 ein Porzellanwerk in Selb und ein Glaswerk in Amberg. Vor Ort fing Gropius angesichts der Entwürfe von Tappio Wirkkala Feuer für die Porzellangestaltung und modifizierte von der chinesischen Teeschale eine Form der Moderne, die die Grundform des Kreises um markante Radienübergänge zwischen gewölbten und flächigen Zonen ergänzte. Die Gefäßumrisse wurden aus Kreis, Dreieck und Quadrat entwickelt. Das Designstudio hat in der Umsetzung letzter Feinheit Ende der 1969er Jahre mitgewirkt.
Die Kanne als zentraler Entwurf des Ensembles erhält ihre harmonische Wirkung aus der geschlossenen Halbkugelform, in die der Deckel integriert ist. Einige zweckmäßige und gut gelöste Details sind der flache und relativ breite Doppelgriff, der das Festhalten des Deckels und das Herausnehmen des Teesiebs erlaubt, die weit nach oben reichende Tülle und der nach unten verjüngte Boden. Der von Schwung und Gegenschwung geprägte Gesamteindruck führt zu einer unverwechselbaren Silhouette, insbesondere in der schwarzen, von Gropius bevorzugten Version.1
Der Designtheoretiker Bernd Fritz schreibt zu TAC 1:
„Um bei der Teekanne die spannungsvolle Linienführung von Henkel und Deckelgriff im Verhältnis zum Kannenvolumen auch im Gebrauch zu erhalten, plante man, den Deckel mit einer Arretierung zu versehen, die den Bajonettverschluss in nur einer Position ermöglicht. Zum Einsetzen eines Teesiebs aus Porzellan in die Teekanne wurde ein zweiter Deckel mit Halterung entwickelt. Auch am schildförmigen Durchmesser der Kannentülle und am Ausguss des Sahnegießers ging es um Millimeter. Die endgültige Formfindung des unvergleichlichen Deckelgriffes erklärt der erwähnte „Studio-Linie“-Prospekt damit, dass er nicht nur ein reizvolles formales Detail, sondern aus der Beobachtung entstanden sei, dass die meisten Frauen trotz einer Deckelsicherung beim Gießen den Deckel noch zusätzlich festhalten. Dieser Angewohnheit sei nun entsprochen worden.“ 2
Alessandro Mendini
Alessandro Mendini, the architect, was born in Milan in 1931. He was a partner in the Nizzoli Associati practice until 1970. He was a founding member of the Free School for individual creativity, Global Tools.
From 1970 to 1976 he edited Casabella; from 1977 to 1981 he edited Modo, and Domus from 1979 to 1985. He is a partner in the Alchimia studio and an image and design consultant for a host of manufacturers.
Besides his architecture and furniture design, Mendini has organized a multitude of exhibits and seminars in Italy and abroad. He has authored several books on design (Paesaggio casalingo, Architettura addio, Il progetto infelice) and is on the advisory panel of the Domus Academy. His critiques and essays appear in the chief international trade journals.
Marcel Breuer
Marcel Breuer, geboren 1902 im ungarischen Pécs. Nach einem abgebrochenen Kunststudium studierte er von 1920 bis 1924 am Staatlichen Bauhaus Weimar. Von 1925 bis 1928 übernahm er die Leitung der Tischlereiwerkstatt am Bauhaus, das inzwischen nach Dessau umgezogen war. In dieser Zeit war er stark vom Konstruktivismus und De Stijl geprägt und entwickelte einige wegweisende Möbelentwürfe aus Stahlrohr. 1928 ging Breuer nach Berlin, wo er vorwiegend im Bereich Innenarchitektur tätig war. Ab 1931 unternahm er eine Reihe von Reisen, bevor er ab 1932 in der Schweiz an mehreren Aluminiummöbelentwürfen arbeitete. 1935 zog Breuer nach London und war dort als Architekt tätig. 1937 erhielt er eine Professur für Architektur an der Harvard Universität in Cambridge, Massachusetts/USA, und eröffnete dort später gemeinsam mit Walter Gropius ein Architekturbüro. 1946 gründete Marcel Breuer sein eigenes Studio in New York und realisierte zahlreiche Entwürfe in Europa und in den USA. Er gilt als einer der bedeutendsten Architekten und Gestalter der Moderne. Marcel Breuer starb am 1. Juli 1981 in New York.
Andrea Branzi
Andrea Branzi was born in 1938 in Florence, where he received his degree in architecture.
Together with Corretti, Deganello and Morozzi, he founded the avant-garde group, Archizoom, with which he participated in the radical architecture movement. With this group he took part in the 1972 show at the New York Museum of Modern Art: “Italy: The New Domestic Landscape.” During that period he also wrote editorials for Casabella.
From 1974 to 1976 he concerned himself with Global Tools, a Free School for Individual Creativity.
In the late 1970s he set up CDM, a Milan-based group of design consultants; with it, he worked on the concept of primary design, environmental decoration and color design for industry. In 1977 he coordinated–for CentroKappa–the exhibit and book Il design italiano degli anni Cinquanta. Right from the outset he worked with Studio Alchimia (he designed furniture and objects, prepared shows and publications) and Memphis.
Andrea Branzi is reputed to be one of the lead players in New Italian Design because of his intensive designing and theorizing which has appeared in many publications, including La Casa Calda. Esperienze del Nuovo Design Italiano (1984), Animali Domestici (1987), Pomeriggi alla Nuova Industria (1988).
He has contributed to the leading architectural and design reviews and from 1983 to 1987 he directed Modo. Two issues of Space Design and Japan Interior Design were devoted entirely to his work. He also teaches, holding numerous lectures at universities in Italy and abroad. Since 1983 he has been Cultural Director of Domus Academy in Milan, the postgraduate design school.
Andrea Branzi has had many one-man shows at the Milan Triennale and at galleries and museums worldwide, such as Lijbanam Centrum, Rotterdam; CAYC, Buenos Aires; Musée St. Pierre, Lyon; Musée des Arts Décoratifs at the Louvre, Paris. All his projects were acquired in 1982 by the Communication Study Center and Archives at the University of Parma. In 1987 he won the Compasso d’Oro/ADI prize for his entire career.





