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Designprogramme

Wie Produkte organisieren?  

Die Geschichte des Designs ist immer auch eine Geschichte der Organisation des industriellen Fertigungsprozesses. Denn Design [1] ist per definitionem an einen arbeitsteiligen Prozess geknüpft, in dem der Designer den Entwurf liefert. Voraussetzungen für das arbeitsteilige Produzieren ist eine rationalisierte Fertigung. Dies bedeutet, dass sowohl der Arbeitsablauf als auch die herzustellenden Produkte für die Bedingungen der seriellen Fertigung organisiert werden müssen. Bei allem kreativen Spielraum müssen Designer die Art der Fertigung in ihren Entwurf einbeziehen.  Um montierbare bzw. später austauschbare Bauteile herstellen zu können, werden Maschinen und Werkzeuge benötigt, die gleich bleibend passgenau produzieren. Sie müssen daher ihrerseits fertigungsgenau, robust, verschleißarm und materialbeständig sein. Zweitens müssen ihre Abmessungen und Zubehörteile normiert sein, und zwar möglichst nicht nur firmenintern, sondern günstigstenfalls nach internationalen Standards.  Weil ein großes Produktsortiment eine entsprechende Anzahl an Fertigungsmaschinen, Werkzeugen und Lagerhaltung braucht, und hohe Stückzahlen die relativen Herstellungskosten pro Produkt verbilligen, streben die meisten Unternehmen danach, mit möglichst wenigen unterschiedlichen Bauteilen ein größtmögliches Produktsortiment zu fertigen.  Hier bieten sich Systemdesign, Typisierung und Mehrfachnutzungen an. Systemdesign funktioniert nach dem Baukastenprinzip. Das heißt, einzelne Bauteile können immer wieder anders miteinander kombiniert werden, so dass Variantenreichtum mit Hilfe weniger Teilen erreicht wird. Vor allem in der heutigen Automobilindustrie lässt sich eine Spielart des Systemdesigns, die Plattformbauweise ausmachen: Auf Basis einer immer gleichen Grundplattform werden verschiedene Produkttypen wie Fünftürer, Sportwagen oder Van mit unterschiedlichen Ausstattungen und Motoren montiert. Rationell ist auch das Prinzip, Funktionen [2] zusammenzufassen und auf ein Produkt zu vereinen, so dass Unternehmen nur ein Produkt für mehrere Zwecke vorhalten müssen.  

Autor

Godau, Marion

Werk

Textauszug aus: Godau, Marion: Produktdesign. Eine Einführung mit Beispielen aus der Praxis. Birkhäuser, Basel, 2004.

Quellen

Weitere Literatur

Volker Albus, Reyer Kras, Jonathan M. Woodham (Hg.): Design! Das 20. Jahrhundert. München, London, New York o.J.
Bauhaus-Archiv Museum für Gestaltung (Hg.): Experiment Bauhaus. Berlin 1988
Bauhaus-Archiv Museum für Gestaltung (Hg.), Magdalena Droste: Bauhaus 1919-1933. Köln 1990
Jeannine Fiedler, Peter Feierabend (Hg.): Bauhaus. Köln 1999
Adrian Forty: Objects of Desire. Design and Society since 1750. New York 1992
FSB, GIRA, KEUCO, SSS Siedle (Hg.): Berührungspunkte. Dortmund 2000
Raymond Guidot: Design, Stuttgart 1994
Herbert Lindinger (Hg.): ulm… Die Moral der Gegenstände. Berlin 1991, 2. Aufl.
Monte von DuMont (Hg.): Auf einen Blick: Design: Von der industriellen Revolution bis zum 21. Jahrhundert. Köln 2001
Wolfgang Schepers, Peter Schmitt (Hg.): Das Jahrhundert des Designs. Geschichte und Zukunft der Dinge. Frankfurt am Main 2000
Eva von Seckendorff: Die Hochschule für Gestaltung in Ulm. Gründung (1949-1953) und Ära Max Bill (1953-1957). Marburg 1989
Penny Sparke: Design im 20. Jahrhundert. Die Eroberung des Alltags durch die Kunst. Stuttgart 1999

Verweise

[1] http://designwissen.net/seiten/umzingelt-von-design
[2] http://designwissen.net/seiten/designfunktionen
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