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Warenästhetik heute

Der Sommer bot uns optimistische Perspektiven. »Decorate life!« (Abb. 1) rief der Welt größte Konsumgütermesse und bot mit schicken Anglizismen eine geradezu totalitäre Ästhetisierung von Leib und Leben an.

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Abb. 1: »Decorate Life«

Dieser Schlachtruf zur Eroberung der Oberflächendekoration mit Design ist zeitgemäß und voll auf der Linie einer Ästhetisierung des Alltages, wie sie  spätestens mit dem Aufruf der postmodernen Erkenntnishinweise (z. B. Welsch 1990) die Tiefenästhetisierung aller Lebensbereiche beschreibt und interpretiert.
Dies ist kein Widerspruch, doch ein gewaltiger Kontrast zu den designkritischen Befunden des Aufklärungskonzeptes der »Warenästhetik« (Haug 1971). Im Zusammenschluss einer Deduktion der satanischen Verse der »Kritischen Theorie« gegenüber der Kulturindustrie (und dort besonders zu den Massenmedien) sowie materialistischer Gesellschaftsanalyse schlug Wolfgang Fritz Haug in seiner »Warenästhetik« mit pointierter Kapitalismuskritik aus asketischer Warte zu. Mit seiner Exegese wurde klar: Die Zeichen überlagern mit ihrem Schein die Objekte, und die Dinge konkurrieren mit den  Zeichen ihrer selbst. Das Konglomerat aus dinglichem Objekt und dem aus Werbung und weiterer sozialer Kommunikation gespeistem Mythos produziert Schein und Anschein. Ergänzt um billige Bauernfängerei mit doppeltem Becherboden und anderen Blendfassaden war der Trug schon fertig.

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Einstelldatum: Dezember 2008