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1970-1980

1960-1970

regie 550


© Kuichi Okuwaki

Seit dem Jahr 1968 entstand eine neue Geräteklasse im HiFi-Bereich, die als Kompaktgerät einen Rundfunk- empfänger und einen Verstärker bei hoher Leistung miteinander verband. Ausgehend von dem flachen Quader der 1959 entwickelten Produktline studio 2 bestand die erste regie 500 aus einem anthrazitfarbenen Gerätekorpus und einer alufarbenen Frontblende, auf der alle Anzeige- und Bedienelemente angeordnet wurden. Hier kamen wieder die typischen konkaven Druckschalter aber auch ein neuartiger Doppelregler zum Einsatz, bei dem Balance, Höhen und Bässe für jeden der zwei Stereokanäle getrennt geregelt werden können. Mit dem Modell regie 510 von 1972 wurde das Gerät ganz in anthrazit / schwarz gehalten, was zum Maßstab für die gesamte Phonoindustrie der kommenden drei Jahrzehnte werden sollte. Die hier abgebildete regie 550 besitzt bereits neuartige konvexe Tasten, die im gleichen Jahr für den Braun Taschenrechner control ET 22 entwickelt wurden.

Geräte vom Typ regie sind Boliden unter den HiFi Anlagen. Mit 18 Kilogramm Gewicht und in Ganzmetall- ausführung hergestellt, wirken sie schon beim Aufstellen mehr als solide. Der Druck auf den Netzschalter lässt an das Anlassen eines Porsche 911 denken. Die Laut- sprecher melden sich mit einem tiefen Anlasston, die hauchdünnen Zeiger der zwei Messinstrumente schnellen hoch und eine üppige Beleuchtung wird aufgeblendet. Bestückt mit den richtigen Lautsprecherboxen reicht auch die Musikleistung durchaus an die Dezibelwerte des sounds eines Porschemotors heran.

Gegen Ende der 70er Jahre fanden sich hier nun aber auch ganz andere Klänge. Auch die Nina Hagen Band etwa brachte deutschen Punk mit tiefsinnigen Texten am besten auf einer Braun Anlage zum Ausdruck. ‚Rangehn’ hieß das neue Motto.

Text: Klaus Klemp

Einstelldatum: Dezember 2010