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Oberfläche




Fernseher »Spheros R 37 Masterpiece«
Hersteller: Loewe

(redaktionelles Beispiel)

Die Oberflächenbeschaffenheit von Industrieprodukten hat großen Einfluss auf deren visuelle Wirksamkeit und ist meist direkt von der Wahl des verwendeten Materials abhängig. Die Oberflächen verschiedener Materialien und deren Kombination sind wichtiger Auslöser von Assoziationen beim Produktbenutzer wie Sauberkeit, Wärme, Kälte, Frische usw. Durch die verschiedensten Materialien und deren Oberflächenbeschaffenheit (blank, matt, glatt, aufgeraut) bzw. Oberflächenverformung (konkav, plan, konvex) sind gezielt entsprechende Wirkungen durch den Industrial Designer zu erreichen. Charakteristisch für die Oberflächenbeschaffenheit von Industrieprodukten ist deren Makellosigkeit. Die glatte, glänzende, makellose Oberfläche vieler Industrieprodukte verleiht ihnen einen Hauch von Sauberkeit, Perfektion und Ordentlichkeit. Dies sind ohnehin Kriterien, die innerhalb unserer Gesellschaft hoch eingeschätzt werden. Die perfekte, fehlerlose Oberfläche von Industrieprodukten suggeriert eine Perfektion bezüglich der Gebrauchseigenschaften, die nicht immer vorhanden ist. Dieser Oberflächenperfektionismus an den Produkten (das Automobil ist ein gutes Beispiel dafür) kann beim Benutzer ein ausgeprägtes Pflegeverhalten hervorrufen … Dieses Beispiel zeigt, dass Industrieprodukte durch entsprechende Gestaltung sehr wohl dazu imstande sind, das menschliche Verhalten tief greifend zu beeinflussen.

© Bernd Löbach. Textauszug aus: »Industrial Design. Grundlagen der Industrieproduktgestaltung«, München 1976

Einstelldatum: Oktober 2008