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Material


Gießkanne PS VÅLLÖ, Design: Monika Mulder (Polypropylen)
© mit freundlicher Genehmigung von IKEA Deutschland

Wie bereits angedeutet wurde, wird die Gestalt eines Industrieproduktes nie allein von der ästhetischen Absicht des Industrial Designers im Hinblick auf den möglichen Benutzer beeinflusst, sondern in hohem Maße durch verwendete Materialien und deren ökonomischste Verarbeitungsverfahren. Eines der Hauptkriterien industrieller Produktion ist der ökonomische Einsatz entsprechend geeigneter Materialien… So sind die Wahl eines geeigneten Materials für ein Produkt (u. a. auch ein ästhetisches Problem) und dessen Verarbeitung primär von wirtschaftlichen Gesichtspunkten abhängig. Zum Beispiel wird ein bestimmtes Material, welches aus gewinnvermehrenden Motiven verkauft werden soll, in verschiedenen Produktionsbereichen zum produktbestimmenden Faktor. Der Industrial Designer erhält in der Rolle des Materialverkaufsförderers die Aufgabe, Produktideen zu entwickeln, bei deren Realisation das bestimmte Material zur Anwendung kommen muss. Die Auswahl des Materials geschieht dabei nicht aus dem Grund, weil es sich für die Herstellung eines Produktes bzw. für die beabsichtigte ästhetische Wirkung eignet, sondern aus verkaufsfördernden Gründen. Daran soll deutlich werden, dass die Auswahl von Gestaltelementen nicht ausschließlich nach ästhetischen Kriterien in Orientierung am Benutzer erfolgt.

© Bernd Löbach. Textauszug aus: „Industrial Design. Grundlagen der Industrieproduktgestaltung“, München 1976

Einstelldatum: Oktober 2008