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Gestaltelemente


Details einer Gitarre (redaktionelles Beispiel)

Die ästhetischen Eigenschaften der Gestalt eines Industrieproduktes sind durch die Gestaltelemente bestimmt. Diese Gestaltelemente können nach Makroelementen und Mikroelementen unterschieden werden. Makroelemente sind solche, die beim Wahrnehmungsvorgang oft bewusst wahrgenommen werden wie Form, Material, Oberfläche, Farbe usw., wodurch die Gestalt im wesentlichen bestimmt wird. Mikroelemente sind solche, die nicht unmittelbar beim Wahrnehmungsvorgang in Erscheinung treten, allerdings auch den Gesamteindruck der Gestalt mitprägen. An einem Industrieprodukt wären dies beispielsweise kleine Schrauben, Trennfugen an Bauteilen oder Nietköpfe.
Die Gestaltelemente können als Träger der ästhetischen Information eines Produktes bezeichnet werden… Dem Industrial Designer müssen die mit den Gestaltelementen zu erzielenden Wirkungen durch Experimentieren klar werden, denn nur aufgrund solcher Erfahrungen ist es möglich, durch Addition von Gestaltelementen gewollte Wirkungen zu erreichen. Damit wird auch verständlich, dass ein Student des Industrial Designs nicht durch Aneignen von Wissen allein ein fähiger Gestalter wird, sondern es muss die Möglichkeit bestehen, durch Gestaltungsexperimente zu erfahren, welche Wirkungen mit welchen Gestaltelementen erreichbar sind. Durch die Anordnung der Gestaltelemente zu einem Industrieprodukt unter Berücksichtigung der Erkenntnisse der Ästhetischen Wahrnehmung kann bewirkt werden, dass solche Produkte beim Gebrauchs- bzw. Wahrnehmungsvorgang den menschlichen Sinnen zugänglicher werden.
Gestaltelemente besitzen unabhängig von der Gestalt wenig Bedeutung. Diese entsteht erst durch deren Addition. In einen neuen Zusammenhang gebracht, ergibt die Kombination der gleichen Elemente eine völlig andere Bedeutung.

© Bernd Löbach. Textauszug aus: „Industrial Design. Grundlagen der Industrieproduktgestaltung“, München 1976

Einstelldatum: Oktober 2008