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Garderobenständer Nymphenburg

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Otto Blümel: Garderobenständer Nymphenburg

Ein buchstäbliches „Glanzstück“ feiert Geburtstag: Otto Blümels Garderobenständer „Nymphenburg“ wird 100 Jahre alt. Er ist einer der frühesten Klassiker des modernen Designs. In seiner Arbeit vereint Blümel Einflüsse des Jugendstils mit den Grundsätzen der englischen Arts-and-Crafts-Bewegung vom Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts. Diese setzte konsequent auf das Ziel, Handwerk und Industrie zu verbinden und die Produkte mit Kunst zu veredeln. Die Arts-and-Crafts-Bewegung war ein wichtiger Impulsgeber für Initiativen in Deutschland, etwa die Vereinigten Werkstätten, den Deutschen Werkbund und das Bauhaus – der Schule, die so viele Designklassiker hervorbrachte wie keine andere.

1908, als Blümel „Nymphenburg“ entwarf und nach der Sommerresidenz der bayerischen Könige benannte, leitete er den Zeichensaal der Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk in München, die Produktion und Vertrieb hochwertiger Möbel auf Basis künstlerischer Entwürfe organisierten. Blümel, 1881 geboren, war nicht nur Innenarchitekt, sondern auch Maler, Grafiker und Scherenschnittkünstler.

Als enger Freund des Autors Hermann Hesse entwarf er Einbände und Illustrationen für dessen Bücher. Später übernahm er die Leitung der Partenkirchener Schnitzschule. Die Alpen und die Kunst waren die bestimmenden Größen im Leben des heimatverbundenen Gestalters.

Der Garderobenständer ist sein bekanntestes Objekt. „Nymphenburg“ ist gleichzeitig formschön und stabil. Geschwungene Linien – charakteristisch für die Ästhetik des Jugendstils – prägen seine Form. Aus Messing vernickelt, wird er heute von ClassiCon hergestellt. Das Münchner Unternehmen übernahm einige Kollektionen der Vereinigten Werkstätten, nachdem diese 1990 aus wirtschaftlichen Gründen schließen mussten, und vertreibt den Garderobenständer erfolgreich wie eh und je.

Horst Seipp
Ehrenvorsitzender der creativen inneneinrichter (ci)


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Einstelldatum: April 2009