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Form


Sitzmöbel »Hällar«
© mit freundlicher Genehmigung von IKEA Deutschland

Das wesentlichste Element einer Gestalt ist die Form, womit zwei verschiedene Ausprägungen gemeint sein können. Es kann erstens zwischen räumlichen und zweitens zwischen zweidimensionalen Flächen und dreidimensionalen Formen unterschieden werden. Räumliche Form ist die Form eines dreidimensionalen Produktes, die durch den Verlauf der Oberfläche (etwa konkav – konvex) bestimmt wird. Diese Form verändert sich bei Drehung des Produktes und hat bei unterschiedlichen Betrachtungspositionen unterschiedliche Wirkung.

Flächige Form ist die durch Projektion eines Produktes auf eine Fläche  entstandene Form, die durch die Kontur festgelegt ist. Diese Form bleibt konstant auch bei Veränderung des Betrachtungsstandpunktes. Daraus kann abgeleitet werden, dass die räumliche Form eines Industrieproduktes immer vieldimensional deutbar ist entsprechend der unterschiedlichen Präsentation der Gestalt beim Wahrnehmungsvorgang. Diese Vieldeutigkeit kann durch die flächige Form (angewendet bei der Werbung für ein Produkt) eingegrenzt werden, es kann dadurch lediglich »die beste Seite« eines Produktes gezeigt werden. Hieran wird deutlich, dass die flächige Form als zweidimensionale Abbildung im Bereich der Werbung ein weiteres Mittel ist, über die räumliche Form des Produktes einen bewusst gewollten Eindruck im Bewusstsein der möglichen Interessenten zu prägen.

© Bernd Löbach. Textauszug aus: „Industrial Design. Grundlagen der Industrieproduktgestaltung“, München 1976

Einstelldatum: Oktober 2008