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Design und Mikroelektronik

Angesichts der gegenwärtigen rasanten IT-technologischen Neuerungen bezeichnet der italienische Architekt und Designer Andrea Branzi das vergangene 20. Jahrhundert wehmütig als „das goldene Zeitalter des Objekts“. Seine Nobilitierung dieser Phase des Designs leitet er aus der immensen Vielfalt damaliger Gebrauchsgegenstände ab, die mit ihren immer weiter vorangetriebenen Funktionsdifferenzierungen den Alltag bestimmten.

IBM PC XT (1982) „first hard drive PC“
Foto: Keith Jordan

Jedes entwickelte Ding, sofern es die Unternehmen zuließen, bekam seine Chance: Unzählige Produkte des täglichen Gebrauchs ließen sich außerordentlich erfolgreich veerkaufen und überlebten häufig auf Grund ihrer gewonnenen Idealform. Doch viele wurden aufgrund des permanenten technischen Fortschritts auch von der Entwicklung überholt. Sie verschwanden einfach, wie sie aussahen zeigen nur noch alte Fotos. 

Branzis Beobachtungen korrespondieren mit dem Opus magnum des Schweizer Gelehrten Siegfried Giedion, der - mitten im Zweiten Weltkrieg - akribisch genau die goldenen Zeiten als »Die Herrschaft der Mechanisierung« erforschte. Darin legt er brillant dar, wie die mechanische Entwicklung vieler Dinge im vergangenen Jahrhundert mit der Moderne ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte und mit welchem raschen Tempo sie bis in die kleinsten Winkel des Alltagslebens vorgedrungen war. Giedion denkt universell und politisch, als Triebfeder aller Neuerungen gilt für ihn die Fortschrittsidee der kapitalistische Ökonomie, die auf ständigen Absatz und Gewinnmaximierung angewiesen ist. Illustrieren lässt sich dieser historisch einzigartige Entwicklungsprozess an x-beliebigen mechanischen Gegenständen oder an bestimmten Tätigkeiten: Automobilen, Küchengeräten, Büromaschinen, Fotoapparaten et cetera. Aber ebenso auch am stetigen Wandel bestimmter Tätigkeiten wie Fahren, Schreiben, Sitzen, Kochen, Telefonieren oder Musikhören.

Beispielsweise mauserte sich der berühmte 1877 von Edison erfundene Phonograph, noch betrieben mit einer Handkurbel und Tonwalze, im Laufe der Jahrzehnte über diverse mechanische Zwischenstationen motorgetriebener Walzen, Schellackplatten, Magnetbändern oder Compact-Discs zum heute vorzufindenden digitalen Speicherwinzlings eines leistungsfähigen MP3-Players mit einer druckempfindlichen Oberfläche des Click Wheel. [...]


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Edison mit seinem Phonographen 1877
Foto: Brady-Handy


Edison Cylinder Phonograph (ca. 1903)
Foto © Irene Kraft


Grundig Radio,
Röhrengerät mit Kunststoffgehäuse und magischem Auge (ca. 1955)

Foto © Keith D. Jordan


HiFi-Gerät „audio 2“, Braun AG Kronberg/Ts.
© FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht


Walkman von Sony, Cassettengerät (1979)


iPod Classic 5G von Apple. Design: Jonathan Ive  (2009) 

Einstelldatum: Januar 2009