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1970-1980

Chair Programm 620


© Kuichi Okuwaki

Neben dem Regalsystem entwarf Dieter Rams seit 1961 auch Sessel- und Tischsysteme für die Firma Vitsoe & Zapf (heute Vitsoe). Nach der rechtwinkligen Möbel- geometrie eines Gerrit  Rietveld oder Wladimir Tatlin und dem eher organischen Möbeldesign der amerikanischen Gestalter Ray und Charles Eames, entwickelte Dieter Rams eine Art weiche Kubik für seine Sitzmöbel.

Der menschliche Körper besteht nun einmal aus gekurvten und nicht aus geraden Formen. Bei seinem Sessel RZ 62 (seit 1970 Sesselprogramm 620) verbinden sich gerade, gerundete und konvexe Außenflächen sowie weiche Polsterflächen zu einer stimmigen Gesamtform, die im kubisch geprägten Architekturraum besteht und gleichzeitig hohen Sitzkomfort und eine haptische Emotionalität miteinander verbindet. Es ist dies ein Möbel, das zwischen sachlicher geometrischer Raum- gestaltung und den organischen Ansprüchen des Menschen vermittelt.

Mehr als nur ein Sessel, ist dieses Programm ähnlich wie das 606 Regalsystem, ein Bausatz, der allen Lebenslagen gerecht wird: einzelne Sessel können zu einem Sofa ummontiert werden, ein niedriges Rückenteil kann in ein hohes verändert werden und ein Drehfuß kann durch Rollen oder eine feste Basis ausgetauscht werden.

Text: Klaus Klemp

Einstelldatum: Dezember 2010