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Bezüge zur HfG Ulm



Die Hochschule für Gestaltung Ulm (hfg ulm)
1953 bis 1968.


Die Hochschule entstand in dem Jahrzehnt nach dem Zweiten Weltkrieg, als das Wort „Design” in der deutschen Sprache noch nicht existierte. Vielmehr wurde an den handwerklich orientierten Werkkunstschulen „Formgebung” gelehrt  und an den Kunstakademien „Angewandte Kunst” und „Gebrauchsgrafik”. Durch die hfg ulm änderte sich das. Die ulmer Studiengänge prägten nicht nur neue Disziplinen des Design, auch die Inhalte wurden neu definiert: Statt Grafik-Design kam „Visuelle Kommunikation”, statt „Formgebung”: Produktgestaltung und statt „Architektur”: Industrielles Bauen. Eine vierte Abteilung, Information, sollte Journalisten für Presse und Funk und Dokumentarfilm ausbilden. Diese Abteilung wurde 1964 geschlossen und, mit geändertem Programm, als „Institut für Filmgestaltung” weitergeführt.

Die hfg ulm veränderte das Verständnis von Gestaltung grundlegend und schuf ein neues Modell der Design-Ausbildung. Der Lehrplan umfasste Disziplinen, die in bisherigen Studiengängen für Gestaltung großteils oder gänzlich fehlten: Kybernetik, Topologie, Ergonomie, Semiotik, Informationstheorie, daneben Psychologie, Soziologie, Planungstheorie, Kulturgeschichte etc.

In der praktischen Projekt- und Werkstattarbeit entstanden Dinge, die an traditionell künstlerisch orientierten Schulen nicht thematisiert wurden: Landwirtschaftliche Maschinen, ein Zahnarzt-Arbeitsplatz, ein modulares System für Bushaltestellen, ein Bedienungs-Zeichensystem für Olivetti-Büromaschinen, Layout-Systeme („Raster”) für Tageszeitungen.

Die hfg ulm wurde 1953 von Inge Aicher-Scholl, Otl Aicher und dem schweizer Ex-Bauhäusler Max Bill gegründet, später kam der Argentinier Tomás Maldonado dazu, der ein neues Lehrkonzept nachhaltig prägte. 1955 wurde der von Bill entworfene Campus fertiggestellt (Lehrstätten. Mensa, Bibliothek und 50 Studenten-Wohnungen).

Die hfg ulm war eine private Hochschule mit staatlicher Anerkennung. Sie war für maximal 150 Studierende ausgelegt mit Klassengrößen von etwa 15 Personen pro Jahr und Abteilung. Fast 50% der Studierenden kamen aus dem Ausland; diese nahmen ihre Erfahrung mit dem neuen Lehrkonzept zurück in ihre Länder, wo sie halfen, Hochschulen und Studiengänge nach dem ulmer Modell zu gründen, so in Indien, Japan, Brasilien und den USA.

Nach Differenzen mit der Stuttgarter Landesregierung über dringend benötigte Zuschüsse wurden den Dozenten im Jahr 1968 die Verträge gekündigt. Damit ging ein wichtiges Kapitel europäischer Design-Geschichte zu Ende.

©Heiner Jacob

www.hfg-archiv.ulm.de


Firmentypografie

Dieses Projekt fand unter Leitung von Gastdozent Josef Müller-Brockmann an der Hochschule für Gestaltung Ulm (HfG Ulm) statt – eine sehr kurze und präzise Heranführung an den Themenkomplex »Corporate Identity« und Logo-Gestaltung.

Praxis des Industrial Design
Auszüge aus einem Vortrag von Hans Gugelot an der Slade School of Fine Arts in London. In seinem Vortrag stellt Hans Gugelot anhand eines 6-Phasen- Modells die Vorgehensweisen eines Industriedesigners vor. Dabei zeigt Gugelot die Struktur einer Arbeitsweise auf, die im Wesen auch heute noch ihre Gültigkeit hat und die sich über das Industriedesign auf andere Arbeitsfelder des Design adaptieren lässt.

Die Ausbildung des Architekten und Produktgestalters in einer Welt im Werden
Auf Einladung des Royal College of Art, London, hielt Tomás Maldonado am 4. März 1965 die nachstehende Vorlesung.

Wissenschaft und Gestaltung
Ein gemeinsamer Artikel von Tomás Maldonado und Gui Bonsiepe über das Wechselspiel zwischen Ästhetik, Technik, Ergonomie und Gestaltung.

Arabesken der Rationalität
Gui Bonsiepe über das Verhältnis von Design, Wissenschaft und Methodologie. Lang und lesenswert

Einstelldatum: September 2008